Das Vorhaben

Über KumbIT

Das EIP-AGRI geförderte Projekt startete im Juli 2025 und wird bis April 2028 fortgeführt.

KumbIT steht für: Kulturübergreifendes Monitoring und Bekämpfungsstrategien der Schilf-Glasflügelzikade: Forschung mit der Praxis und IT-gestützte Beratung für eine nachhaltige Landwirtschaft.

Forschung und Beratung

Unser Auftrag

Die Schilf-Glasflügelzikade ist eine ursprünglich an Schilf lebende, heimische Art, die sich inzwischen an wichtige Kulturpflanzen wie Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse angepasst hat. Als Überträgerin bakterieller Erreger verursacht sie erhebliche Ernteverluste. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit macht sie zu einem wachsenden Risiko für die landwirtschaftliche Produktion.

Seit Jahren untersuchen wir die Zikade und ihren Erregerkomplex in Feldversuchen. Ziel unseres Projekts ist die Entwicklung eines digitalen Anbauberaters, der Erkenntnisse aus aktuellen und vergangenen Studien bündelt, verknüpft und praxisnah für die landwirtschaftliche Beratung aufbereitet.

Für Sie im Einsatz - Gerne Melden

Monitoring

Wir führen Monitoring sowie Probennahmen durch, um frühzeitig zu erkennen, welche Krankheiten und Schädlinge die Nutzpflanzen unserer Landwirte betreffen. Im engen Austausch mit Landwirten und Partnern identifizieren wir Probleme frühzeitig und können schnell reagieren.

KumbIT arbeitet kulturübergreifend: Neben Zuckerrüben und Kartoffeln befassen wir uns auch mit regionalem Gemüse und Getreide.

Bei unbekannten Krankheitsbildern an Ihren Kulturpflanzen können Sie sich jederzeit über unser Kontaktformular an uns wenden.

Suche nach Praxislösungen

Feldforschung

In Kooperation mit unseren Landwirten werden in KumbIT ON-FARM-Versuche durchgeführt. Im Projektjahr 2026 werden verschiedene Maßnahmen gegen die Schilf-Glasflügelzikade untersucht.

ON-FARM-Versuch

Befallsintensität und Ertragsverluste

Wie stark wirkt sich der Befall durch die Schilf-Glasflügelzikade auf den Ertrag aus? Mithilfe von Netzkäfigen werden unterschiedliche Befallsstärken simuliert, um den Zusammenhang zwischen Befallsintensität und Ertragsverlusten quantifizieren zu können.

Netzkäfige im Getreidefeld um den Ausflug der Schilf-Glasflügelzikade zu erfassen. Außerdem steht eine transparente Klebetafel im Feld.
ON-FARM-Versuch

Zwischenfrüchte

Können Zwischenfrüchte das Zikadenvorkommen beeinflussen? Diese Hypothese prüfen wir mittels PopUp-Fangzelten auf vorjährigen Kartoffel- bzw. Rübenschlägen, um den Ausflug adulter Zikaden zu erfassen und Unterschiede zwischen Zwischenfrüchten sowie Brache zu erforschen.

ON-FARM-Versuch

Fruchtfolge

Welchen Einfluss hat die Fruchtfolge auf das Auftreten der Schilf-Glasflügelzikade? Durch den Vergleich unterschiedlicher Fruchtfolgen wird untersucht, ob bestimmte Kulturen oder Abfolgen das Befallsrisiko erhöhen oder reduzieren. Bisher konnte in mehreren Untersuchungen gezeigt werden, dass der Anbau von Getreide nach Zuckerrüben einen deutlichen Anstieg des Zikadenvorkommens begünstigen kann.

ON-FARM-Versuch

Bodenbearbeitung

Beeinflusst die Art und Intensität der Bodenbearbeitung die Entwicklung und Überlebensrate der Nymphen im Boden? Hier werden verschiedene praxisnahe Bearbeitungssysteme miteinander verglichen, um mögliche Effekte auf Zikadennymphen im Boden zu identifizieren.

ON-FARM-Versuch

Insektizide

Wie wirkt sich der Einsatz von Insektiziden auf Ertrag und Qualität von Zuckerrüben sowie die Schilf-Glasflügelzikadenpopulation aus? Hierzu werden Streifenversuche auf KumbIT-Partnerbetrieben angelegt. Außerdem werden Wirkstoffscreenings im Gewächshaus durchegführt.

Hinweis: Der Einsatz von Insektiziden gegen die Schilf-Glasflügelzikade war in der Praxis im Jahr 2025 erstmals durch Notfallzulassungen in bestimmten Gebieten möglich. Bislang sind keine Insektizide regulär gegen die Schilf-Glasflügelzikade zugelassen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für 2026 erneut Notfallzulassungen gegen die Schilf-Glasflügelzikade bei Zuckerrüben erteilt.

Das Netzwerk

Unser Netzwerk besteht aus landwirtschaftlichen Betrieben, die als zentrale Praxispartner Versuchsflächen bereitstellen und die Versuche eigenständig im Feld umsetzen, wodurch eine starke praxisorientierte Bottom-up-Struktur entsteht.

Ergänzt wird unsere Expertise durch wissenschaftliche und beratende Einrichtungen (z.B. Hochschulen und Pflanzenschutzdienste), die Teile der Analytik, Forschung und Versuchsauswertung übernehmen.

Zusätzlich sind Verarbeitungsunternehmen, Vermarkter sowie Branchenverbände eingebunden, die den Wissenstransfer entlang der gesamten Wertschöpfungskette und in die landwirtschaftliche Praxis sicherstellen.

KumbIT

Team

Projektleitung

Hannah Adam-Schilling

ist für die Koordination und Umsetzung des Projektes verantwortlich. Sie behält Termine, Qualität und Budgets stets im Blick.

Labor & Analytik

Jana Stohl

ist unsere Expertin für Laboranalysen. Sie betreut alle analytischen Fragestellungen.

Digitalisierung

Eric Schall

verbindet digitales Arbeiten mit Hands-on‑Mentalität und ist vielseitig in unterschiedlichsten Aufgabenbereichen im Einsatz.

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