Ziel der Bodenbearbeitung ist es, durch ein physikalisch günstiges Bodengefüge optimale Voraussetzungen für Keimung und Wachstum der folgenden Kulturart zu schaffen. Dies geschieht mithilfe eines weitgefächerten Geräteangebotes, um den Bodenverhältnissen und den Ansprüchen der Kulturpflanzen gerecht zu werden.
Auf der Basis des Geräteangebotes haben sich Arbeitsgänge entwickelt, die nach den Kriterien • zeitlicher Ablauf (Grundbodenbearbeitung, Saatbettbereitung), • Wirkung auf das Bodengefüge (lockern/wenden, lockern/mischen, lockern, schneiden, häufeln) sowie nach • Geräteeinsatz (Pflug, Grubber, …) zusammengestellt werden. Die Bodenbearbeitung kann wendend oder nichtwendend erfolgen. Die Aussaat kann nach der Boden- bearbeitung, mit dieser kombiniert oder ohne Bodenbearbeitung als Direktsaat durchgeführt werden. Be- stellsysteme können die Schritte Grundbodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Saat enthalten (Abb. 1). Wendende Bodenbearbeitung Die wendenden Systeme haben die höchste Bodenbearbeitungsintensität. Hier ist die Störung des Ober- bodens auf Krumentiefe bis 35 cm Tiefe sehr hoch. Die Grundbodenbearbeitung wird hier mit wendenden Werkzeugen durchgeführt. Klassisches Beispiel hierfür ist der Streichblechpflug. Nichtwendende Bodenbearbeitung Die nichtwendenden Systeme haben durch ihre lockernde und mischende Arbeitsweise eine geringere Arbeitsintensität. Bei den nichtwendenden Systemen unterscheidet man in Systeme mit krumentiefer Lockerung auf bis zu 25 cm sowie Systeme ohne Lockerung, bei denen auf die eigentliche Grundboden- bearbeitung verzichtet wird und deren Arbeitstiefe auf 10 bis 15 cm begrenzt ist. Direktsaat Das System der Direktsaat hat die geringste Bearbeitungsintensität. Die Saatgutablage erfolgt ohne vor- herige Bodenbearbeitung im ungestörten Boden. Bei der Saat werden weniger als 1/3 der Reihenweite bearbeitet. Die Bearbeitungstiefe entspricht der Tiefe der Saatgutablage. |