Basiswissen

Syndrome Basses Richesses (SBR)

Antwort

"Syndrome Basses Richesses" (SBR) oder auch Syndrom der niedrigen Zuckergehalte ist eine Krankheit der Zuckerrübe bei der die Zuckergehalte bis zu 5% absolut abnehmen können. Ausgelöst wird diese Krankheit durch zwei bakterielle Erreger: Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus (ARSEPH) und Candidatus Phytoplasma solani (PHYPSO). Die beiden Pathogene können sowohl einzeln als auch als Mischinfektion vorkommen. Bei einer Doppelinfektion sind die Symptome und Schäden verstärkt. In Regionen in denen PHYPSO gegenüber ARSEPH dominierend vorkommt, kommt es vermehrt zur Ausprägung von so genannten "Gummirüben", wodurch sich die Lager- und Verarbeitungsfähigkeit reduziert. Grundsätzlich weisen erkrankte Zuckerrüben Blattvergilbungen, deformierte Herzblätter und verbräunte Leitbündel auf.

Praxisimplikationen

Was bedeutet das für die Praxis?

Beim Verdacht auf SBR in Ihrer Region, sollten Sie einzelne Zuckerrüben in einem Labor auf die beiden Pathogene hin untersuchen lassen. Bei positiven Befunden ist es empfehlenswert im nächsten Anbaujahr zumindest teilweise auf SBR-tolerante Sorten umzusteigen. Des Weiteren hilft die Anpassung der Fruchtfolge, um die Zikadenpopulation zu vermindern. So sollte auf eine Winterung, wie Winterweizen, nach Zuckerrübe verzichtet werden, um die Fläche möglichst lange brach zu lassen und somit die im bodenlebenden Nymphen auszuhungern.