Basiswissen

Methoden zum Erfassen von Schilf-Glasflügelzikaden

Antwort

  • Zikaden-Flugaktivität: Die Aktivität der Zikaden wird mithilfe von Leimtafeln erfasst. Die Leimtafeln werden an Holzlatten bzw. Markierungsstäben befestigt und knapp über dem Pflanzenbestand angebracht, sodass sie sich auf Höhe der fliegenden Insekten befinden. Über die gesamte Flugperiode von Anfang Mai bis Ende September (etwa Kalenderwoche 19 – 40) werden die gefangenen Zikaden wöchentlich ausgezählt, um die Aktivität der adulten Schilf-Glasflügelzikaden im Bestand über die gesamte Flugperiode zu dokumentieren.

    Mehrfach wurde beobachtet, dass die Fangzahlen in regenreichen Phasen deutlich geringer ausfallen. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Zikaden in solchen Zeiträumen nicht da sind oder weniger Schäden verursachen. Vermutet wird vielmehr, dass sie sich bei ungünstiger Witterung verstärkt unterhalb der Blätter aufhalten, was zu einer geringeren Flugaktivität auf Bestandeshöhe führt. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass Gelb- und farblose Leimtafeln bisher keine unterschiedlichen Fangzahlen zeigten, weshalb aktuell davon ausgegangen wird, dass die gelbe Farbe keine Lockwirkung auf Zikaden ausübt.

  • Zikaden-Abundanz: Die Abundanz bezeichnet die Anzahl der Zikaden an einem bestimmten Standort zu einer bestimmten Zeit und wird mittels Kescherfängen ermittelt. Dabei werden die Insekten aktiv mit einem Kescher gefangen und auf eine definierte Strecke bezogen. Der Flächenbezug ist dabei entscheidend, da er eine Hochrechnung der Individuenzahlen auf gängige Schlageinheiten wie beispielsweise Hektar ermöglicht.

    Auf den Versuchsflächen wird wöchentlich gekeschert, wobei eine festgelegte Distanz (3 × 50 m) abgelaufen wird und die dabei gefangenen Schilf-Glasflügelzikaden gezählt werden.

    Wichtig ist die Abgrenzung zu Leimtafeln: Diese erfassen nicht die Abundanz, sondern die Flugaktivität, da sie ausschließlich zufällig anfliegende Individuen im Zeitraum einer Woche fangen.

  • Ausflugszelte: Die Zelte werden auf Flächen aufgestellt, auf denen Zikadennymphen vermutet werden, beispielsweise in vorjährigen Kartoffel- oder Zuckerrübenbeständen. Die im Boden befindlichen Nymphen entwickeln sich im Frühjahr und schlüpfen als adulte Tiere aus. An den in den Zelten angebrachten Gelbtafeln bleiben die Zikaden haften. Auf dieser Grundlage kann beurteilt werden, welche Kultur oder Maßnahme die Zahl der Nymphen bzw. der adulten Zikaden verringern kann.