Basiswissen

Maßnahmen zur Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade und Ertragssicherung

Antwort

Die Schilf-Glasflügelzikade verbringt einen Großteil Ihres Lebens als Nymphe im Boden. Nach dem Schlupf entwickeln sich die Nymphen im Boden und ernähren sich dort über einen längeren Zeitraum von Pflanzenwurzeln.

Vor diesem Hintergrund kann die Bodenbearbeitung als regulierende Maßnahme genutzt werden. Durch mechanische Eingriffe wie Pflügen oder Grubbern werden die sich im Boden befindlichen Nymphen gestört, teilweise direkt geschädigt oder in ungünstigere Umweltbedingungen gebracht. Insbesondere Eingriffe in sensiblen Entwicklungsstadien können die Überlebensrate verringern und somit zur Reduktion der Zikadenpopulation beitragen.

Die Wirksamkeit dieser Maßnahme ist jedoch abhängig von Zeitpunkt, Intensität und den jeweiligen Standortbedingungen. Bodenbearbeitung sollte daher gezielt in bestehende ackerbauliche Systeme integriert werden und ist als ergänzende Maßnahme im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzes zu bewerten.

Einjährige Versuchsergebnisse aus dem Jahr 2025 bei Zuckerrüben haben gezeigt, dass eine gezielte Insektizidbehandlung nach dem Bekämpfungsaufruf die Erträge deutlich verbessern konnte. Dabei ist es wichtig, die Behandlung rechtzeitig und unter Einhaltung der geltenden Vorschriften durchzuführen, um sowohl die Wirksamkeit zu gewährleisten als auch Umweltrisiken zu minimieren.

Eine möglichst frühe Aussaat verschafft den Pflanzen einen Wachstumsvorteil, während eine frühe Ernte die Zeit für Schädigungen der Bestände verkürzt. Frühkartoffeln sind aufgrund der kurzen Überschneidung mit dem Zikadenflug daher kaum von der Zikadenproblematik betroffen.

Die Fruchtfolge spielt eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die SGFZ. Wintergetreide direkt nach Zuckerrüben oder Kartoffeln fördert die Zikadenpopulation und sollte daher vermieden werden, während spät gesäte Sommerfrüchte wie Mais besonders geeignet sind.

Die Schwarzbrache gilt als besonders effektive Maßnahme gegen SGFZ-Nymphen. Dabei wird bewusst auf eine Begrünung verzichtet, sodass das Nahrungsangebot für die Nymphen stark reduziert wird. Die Maßnahme ist relativ einfach, kann jedoch durch gesetzliche Vorgaben zur Bodenbedeckung und Düngeverordnung eingeschränkt sein. Um eine Alternative zur Brache zu finden, werden aktuell Versuche mit Zwischenfrüchten durchgeführt, um Kulturen zu identifizieren, die das Zikadenvorkommen verringern. Brassicaceaen wie Raps oder Rübsen enthalten Glucosinolate, welche eine mögliche Abschreckwirkung besitzen, und sind daher als Zwischenfrucht besonders vielversprechend.

In Gebieten, in denen die SGFZ bereits nachgewiesen werden konnte, ist es empfehlenswert auf eine angepasste Sortenwahl zu achten. Bei Zuckerrüben hat der Anbau einer SBR-toleranten Sorte im Vergleich zu einer ohne Toleranz einen starken Einfluss auf Ertrag und Qualität und somit auch den Deckungsbeitrag.