Bakterielle Kartoffelknollenwelke (BKW)
Antwort
Im Jahr 2022 wurden das erste Mal Nymphen der Schilf-Glasflügelzikade in Kartoffeln gefunden und es konnte nachgewiesen werden, dass die Kartoffel eine Wirtspflanze ist. Bis dahin war nur bekannt, dass die Zikade an Zuckerrüben ihren Lebenszyklus vollenden kann. Ähnlich wie bei Zuckerrüben überträgt die Schilf-Glasflügelzikade beim Saugen an den Kartoffeln die beiden Erreger Candidatus Arsenophonus phytophatogenicus (ARSEPH) und Candidatus Phytoplasma solani (PHYPSO).
Bei infizierten Kartoffeln kommt es zu verschiedenen, unspezifischen Symptomen wie die Bildung Geiztrieben, Luft- und Gummiknollen. Außerdem wird das innere der Kartoffel verändert und es entstehen Nabelendnekrosen und Gefäßbündelverbräunungen.
Insbesondere für die Lagerung und die nachgelagerte Industrie sind das große Probleme. Beispielsweise für die Chips-Produktion sind erkrankte Kartoffeln oft nicht mehr verwertbar, weil diese einen erhöhten Zuckergehalt aufweisen, welcher beim Backen zu Verbräunungen der Chips führt, wodurch diese nicht mehr vermarktbar sind. Gleiches geschieht beim Frittieren von Pommes. Hier sehen Sie Chips und Pommes aus einer gesunden (oben) und einer mit ARSEPH/PHYPSO infizierten (unten) Kartoffel.
